STROM – Rückblick Juni 2026

vom 27. Juli 2026

Strom Juli 2026: Glutofensommer sorgt für überhitzte Notierungen

Strom

Der Strommarkt im Juni zeichnete sich durch Irrationalitäten und extreme Bewegungen im Spotmarkt sowie durch angespannte Seitwärtsbewegungen im Futuremarkt aus: Der Monat startete auf dem Niveau des Vormonatsdurchschnitts (rund 100 EUR/MWh), sank rapide auf 94,28 EUR/MWh im zweiten Drittel und überhitzte im letzten Drittel mit durchschnittlich 144,29 EUR/MWh. An zwei Tagen (genau gesagt: am 23. und am 24. Juni 2026) lagen die Spotpreise im Tagesmittel sogar bei mehr als 200 EUR/MWh.

Gleichwohl lohnt es sich, mit Blick auf die Zeitachse festzuhalten: Der durchschnittliche Spotpreis ist von 104,37 EUR/MWh im ersten Quartal 2026 auf 95,99 EUR/MWh im zweiten Quartal gesunken. 

Eine wesentliche Ursache für die Volatilitäten im Juni war die stark reduzierte Leistung der französischen Kernkraftwerke. Gleichzeitig ließ die extreme Hitze den Strombedarf für Klimaanlagen massiv steigen. Die PV-Anlagen gaben maximale Leistungen ins Netz ab. Aber auch die verbraucherseitige Nachfrage war enorm. Die gleichzeitige Windflaute führte dazu, dass in den Abendstunden die Preise kaum sanken. Einigen Kohlekraftwerken drohte der Brennstoff auszugehen, weil die Versorgungsschiffe auf den niedrigen Wasserständen der Flüsse nicht genug Material transportieren konnten. Immerhin entspannten sich die Notierungen für Gas, was den Anstieg der Strompreise dämpfte. 

Die Futuremärkte verliefen größtenteils seitwärts und verlängerten die aktuellen Unsicherheiten in die Zukunft. Der Future für 2027 ist im Juni den zweiten Monat in Folge um 1,50 EUR/MWh gestiegen – und erreichte damit das Niveau des „Schockmonats“ März. 

Die Kontraktpreise:

Kontrakt Juni: im Durchschnitt 102,90 EUR/MWh 
Kontrakt Juli: im Durchschnitt 99,81 EUR/MWh
Kontrakt +3 Monate: im Durchschnitt 101,35 EUR/MWh

Autor: Dimitrios Koranis


Dieser Beitrag erschien am 08.07.2026 bei KI Web (Kunststoff-Information)