GAS – Rückblick März 2024

vom 12. April 2024

Auffällig ruhig und entspannt

In einem von Katastrophen und Gefahren geprägten Umfeld zeigt sich einer der Hauptrohstoffe – Gas – derzeit auffällig ruhig und entspannt.

Der durchschnittliche Spotpreis lag bei 2,67 Ct/KWh, im Vergleich zum Vormonat (2,61 Ct/KWh) eine kaum nennenswerte Veränderung. Vergessen sind die Zeiten, an denen sich die Preise teilweise um mehr als 1,0 Ct/KWh innerhalb von nur einem Monat änderten.

Bei genauerer Betrachtung war es sogar so, dass an 25 von 31 Tagen der Preis in dem Korridor von 2,50-2,70 Ct/KWh lag.

Das ist eine eindeutig stabile Marktlage mit einem Preis, der zwar noch immer teurer ist als zu Prä-Covid-Zeiten, sich aber ebenso gewiss deutlich unterhalb des Niveaus von vor dem Ukraine-Krieg befindet. Insofern ist das auch ein erfreulicher Abschluss der Wintermonate, in welchen ja ein wesentlicher Anteil der Mengen für Heizung nachgefragt wird.

Die Füllstände der Gasspeicher sind verständlicherweise weiterhin leicht gesunken, und schließen die Winterzeit mit einem erfreulichen Füllgrad von mehr als 55 Prozent ab. Das sollte auch Vertrauen in den Markt bringen. Das Angebot ist somit auch für die Folgemonate vorhanden und wird speichertechnisch langsam wieder aufgefüllt werden. Dies sollte sich in weiteren Preisreduzierungen widerspiegeln und als möglicher Impuls für eine Nachfrageerholung wirken. Es bleibt allerdings die Skepsis, dass mit anziehender Nachfrage auch die Preise steigen könnten, allerdings sind die hohen Füllstände sowie das weltweit verfügbare Angebot sehr starke Gegenkräfte, um dies abzufedern.

Die Bedenken im Markt nehmen deshalb kontinuierlich ab, was auch die Futures für die Frontmonate (April und Quartal) belegen. Während der April mit 2,71 Ct/KWh gehandelt wurde, lagen die Preise für Q2-2024 bei 2,667 Ct/KWh. Der „Sicherheitsaufschlag“ zum Spotpreis nahm somit erwartungsgemäß ab. Die positiven Impulse werden demzufolge dazu führen, dass sich auch die Futures der Folgemonate eher nach unten als nach oben bewegen werden.

Die Futurepreise für das Jahr 2025 schlossen bei 3,132 Ct/KWh, und lagen somit zum ersten Mal nach knapp 18 Monaten oberhalb der Notierungen des Vorjahres. Eine Begründung basierend auf Fundamentaldaten oder sogar eine Trendwende nach oben kann daraus nicht abgeleitet werden. Die darauffolgenden Jahre (2026/2027/2028) verhielten sich ähnlich wie in der Vergangenheit auch. Also weiterhin mit sinkenden Preisen.

Kontraktpreise:

Kontrakt März: im Durchschnitt 25,86 €/MWh 
Kontrakt April: im Durchschnitt 27,12 €/MWh
Kontrakt +3Mon: im Durchschnitt 26,67 €/MWh

Autor: Dimitrios Koranis


Dieser Beitrag erschien am 10.04.2024 bei KI Web (Kunststoff-Information)