GAS – Rückblick Juni 2026

vom 27. Juli 2026

Gas Juli 2026: Freie Sicht auf die psychologisch wichtige 40er-Marke

Der Juni markierte einen Wendepunkt an den europäischen Energiemärkten. Während die geopolitische Unsicherheit mit Blick auf die Straße von Hormus ihren Höhepunkt erreichte, reagierten die Terminmärkte zunehmend gelassener. Ursache hierfür waren die Aussicht auf ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran sowie die Erwartung einer schrittweisen Wiederaufnahme der Energieexporte aus der Golfregion. Gleichzeitig blieben die fundamentalen Risiken bestehen: niedrige europäische Gasspeicher, eingeschränkte LNG-Verfügbarkeit und weiterhin reduzierte Förderkapazitäten.

Die Spotpreise im Gasmarkt nahmen die Entwicklungen vorweg und bewegten sich über den Monatsverlauf (fast) linear nach unten. Während im ersten Drittel ein Durchschnittswert von 48,81 EUR/MWh zu Buche stand, fiel er im zweiten Drittel auf 44,35 EUR/MWh und schloss im letzten Drittel mit 41,84 EUR/MWh ab. Dabei pendelten sich die Preise zum Monatsende sogar um die psychologisch wichtige 40er-Marke ein und wiesen für den Folgemonat Juli sogar noch darunter. Das Preisniveau war so niedrig wie seit Beginn des Iran-Kriegs nicht mehr. Bemerkenswert ist außerdem: Die Notierungen lagen im gesamten zweiten Quartal 2026 – trotz des Nahost-Konflikts – unter denen des Vergleichsquartals 2025. 

Preisdämpfend wirkten hier die Entwicklungen hinsichtlich der Öffnung der Straße von Hormus, die steigenden LNG-Exporte (für die Weltmärkte) aus Australien und Malaysia sowie der vorsichtige Optimismus in den Finanzmärkten. Nichtsdestotrotz werden die europäischen (und deutschen) Gaspreise durch strukturelle Faktoren belastet. So ist der Füllstand der Gasspeicher weiterhin deutlich unter dem Vorjahr, die Importe aus Norwegen liegen ebenfalls leicht unter dem Vorjahresniveau, und eine erhöhte globale Nachfrage wirkt eher preisstützend.

Die Futurepreise zeigen gegenüber dem Vormonat einen leichten Rückgang. Der Future 2027 schloss im Juni mit durchschnittlichen 37,50 EUR/MWh ab, während er im Vormonat noch bei 38,98 EUR/MWh gelegen hatte. 

Kontraktpreise:

Kontrakt Juni: im Durchschnitt 47,10 EUR/MWh 
Kontrakt Juli: im Durchschnitt 45,39 EUR/MWh
Kontrakt +3Mon: im Durchschnitt 45,71 EUR/MWh

Autor: Dimitrios Koranis


Dieser Beitrag erschien am 08.07.2026 bei KI Web (Kunststoff-Information)