STROM – Trend Mitte März 2026

vom 6. April 2026

Strom Mitte März 2026: Im Würgegriff der Gaspreise

Strom

Die Eskalation im Öl- und Gasmarkt – entstanden mit der faktischen Blockade der Straße von Hormus – wirkt sich auch auf den Strommarkt aus. Die Strompreise reagierten unmittelbar auf den geopolitischen Angebotsschock. Dabei sind die Marktbewegungen überwiegend angebotsgetrieben.

Der Future „Strom Base Cal 27“ – also der durchschnittliche Strompreis für die Grundlast des Jahres 2027 – stieg innerhalb kurzer Zeit auf rund 92 EUR/MWh, nachdem er zuvor noch bei etwa 79 EUR/MWh gelegen hatte.

Wesentliche Treiber sind die starke Erhöhung der Grenzkosten von Gaskraftwerken sowie eine geopolitische Risikoprämie an den Energiemärkten. Die erhöhten Brennstoffpreise treiben die Terminpreise ebenso nach oben. Der Spotmarkt reagierte überproportional, vor allem indirekt über die Gaspreise. Die Volatilität, vor allem im Intraday-Handel, ist groß. 

Angebotsseitig ist die Stromerzeugung derzeit nicht unmittelbar beeinträchtigt. Jedoch wirken mehrere indirekte Faktoren preistreibend: Einerseits sind da die Gaspreise (über die Merit-Order), gleichzeitig sind die Kohlepreise wegen der robusten Nachfrage hoch. Andererseits wirken sich die geopolitischen Risiken im Öl- und LNG-Transport in Form von Aufschlägen spürbar aus. Die relativ stabilen CO₂-Preise hingegen wirken derzeit nicht als zusätzlicher Preistreiber.

Aus Nachfragesicht werden die konjunkturellen Faktoren von den geopolitischen Entwicklungen überlagert. Die moderaten Wintertemperaturen im März wirken stabilisierend. Die industrielle Nachfrage bleibt grundsätzlich verhalten, obwohl es Anzeichen einer Erholung gab. 

Es ist davon auszugehen, dass die Strompreise im Spotmarkt eine erhöhte Volatilität im Vergleich zu den Vormonaten haben werden, welche allerdings kurz- bis mittelfristig abebben wird – je nach Entwicklung des Wetters.

Die Futuremärkte hingegen werden die Turbulenzen noch länger mitschleppen, da die Risikoprämien bereits in den Preisen enthalten sind und später bezahlt werden müssen, egal wie sich der Markt bis dahin entwickelt hat.

Autor: Dimitrios Koranis


Dieser Beitrag erschien am 18.03.2026 bei KI Web (Kunststoff-Information)